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Spiegel gründet hausinternes Investigativ-Team
  • Jörg Forthmann
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  • Investigativjournalismus . Investigativrecherche . Spiegel .

Hamburger wollen sich mit investigativer Recherche stärker profilieren

Der Spiegel geht in der Investigativrecherche neue Wege und gründet ein „hausinternes Recherchenetzwerk“. Was sich dahinter verbirgt, lesen Sie hier.

In einer Presseinformation berichtet die Redaktion heute:

DER SPIEGEL geht zur Stärkung seines Markenkerns neue Wege. Ein Team von Investigativreportern der SPIEGEL-Redaktion bildet zusammen mit Kollegen von SPIEGEL ONLINE und SPIEGEL TV künftig ein hausinternes Recherchenetzwerk. Erstmalig in einem deutschen Medienhaus wird somit bei der Investigation ein Ansatz über alle Kanäle verfolgt – mit Print-, Online- und Fernsehjournalisten. Deshalb werden in der Heftredaktion vier erfahrene Redakteure aus ihren Ressorts ausscheiden und künftig als Investigativreporter große Rechercheprojekte für das Nachrichten-Magazin entwickeln und umsetzen, darunter auch jene, die in Kooperation mit dem Netzwerk European Investigative Collaboration (EIC) entstehen. Zum EIC gehören neben dem SPIEGEL elf weitere Medien aus elf europäischen Ländern, beispielsweise Mediapart (Frankreich), NRC (Niederlande) und El Mundo (Spanien).

DER SPIEGEL hat sich gegen die Gründung eines eigenen Investigativressorts entschieden, weil seit vielen Jahren in sämtlichen Ressorts des Hauses investigativ gearbeitet wird. „Es ging uns natürlich nicht darum, eine Parallelstruktur zu den etablierten Ressorts aufzubauen, sondern wir wollen eine agile Gruppe erschaffen, welche uns noch schlagkräftiger und schneller machen und je nach Thema für alle Ressorts arbeiten wird“, so Chefredakteur Klaus Brinkbäumer. Die Investigativreporter werden unmittelbar der Chefredaktion unterstellt sein und durch den stellvertretenden Chefredakteur Alfred Weinzierl geführt werden. Die Recherchen werden durch Dokumentations- und Datenjournalisten und -journalistinnen des SPIEGEL begleitet werden.

„Die Recherche gehört zur DNA des SPIEGEL. Im digitalen Zeitalter sind oft die Datenmengen so groß, die Zusammenhänge so komplex und die Stoffe so international, dass es uns klug erscheint, unsere Redaktionen um eine ressortübergreifend tätige, mit langem Atem agierende und von der Tagesaktualität unabhängige Gruppe zu ergänzen“, so Brinkbäumer.

Erfahrungen im vernetzten, multimedialen Arbeiten sammelte der SPIEGEL im vorigen Jahr mit der Veröffentlichung der Football Leaks, in deren Folge unter anderem der Weltfußballer Cristiano Ronaldo und der portugiesische Fußballtrainer Jose Mourinho in Spanien wegen Steuerhinterziehung angeklagt wurden. Schon damals arbeiteten Investigativspezialisten aus den Redaktionen des Wochenmagazins, von SPIEGEL ONLINE und SPIEGEL TV eng zusammen. Die Erfahrungen aus diesem publizistischen Projekt flossen in das Projekt der Investigativreporter ein.

Zum neuen Team werden zunächst die SPIEGEL-Redakteure Rafael Buschmann, Jürgen Dahlkamp, Gunther Latsch und Jörg Schmitt sowie der SPIEGEL-ONLINE-Redakteur Jörg Diehl und der SPIEGEL-TV-Redakteur Roman Lehberger gehören; eine Erweiterung, natürlich auch durch Kolleginnen, ist vorgesehen. Bei SPIEGEL ONLINE wurde in Vorbereitung dieser hausinternen Kooperation jüngst die Rechercheeinheit „Reporter Investigativ“ gebildet, die von Jörg Diehl geleitet wird.

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