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Zwischenbilanz #Dieselgate: VW büßt milliardenschwer
  • Jörg Forthmann
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Platz 1 für Volkswagen im Deutschland-Ranking: Teuerste PR-Krise 2015

Krisen-PR DieselgateIn Tokio verbeugt sich der Japan-Chef, in Wolfsburg verkündet VW-Chef Matthias Müller einen Milliardenverlust: VW hat die teuerste PR-Krise 2015 hingelegt. Lesen Sie hier die erstaunlichen Fakten. Eine Zwischenbilanz.

20 Mal so viele Stickoxide

hat der VW Passat bei Tests unter Realbedingungen ausgestoßen, ermittelte West Virginia University im Auftrag der Umweltorganisation ICCT: der Auslöser von #Dieselgate.

11 Millionen

Volkswagen sind weltweit von der Dieselaffäre betroffen.

Nahezu 2,5 Millionen

Autos werden in Deutschland zurück gerufen, und zwar von den Marken VW, Skoda, Audi und Seat. Die Krise hat sich im gesamten Konzern ausgebreitet. VW hatte mit seiner Plattform-Strategie die Industrialisierung der Automobilproduktion auf eine neue Stufe gehoben – und damit der Folgenschwere von Krisen neue Dimensionen eröffnet.

12 Milliarden Euro

büßt der Börsenkurs von VW in den ersten vier Tagen nach Ausbrechen der Krise ein. Um satte 22 Prozent.

6 VW-Modelle

dürfen seit November 2015 nicht mehr in Nordamerika verkauft werden.

1.000 Dollar

bekommen US-amerikanische Kunden in Form eines Gutscheins, wenn sie einen der manipulierten Wagen fahren. Deutsche Kunden haben bislang höchstens was zum Lachen bekommen.

Krisen-PR Dieselgate3

Nur 3 Topmanager

müssen den Konzern nach dem Skandal verlassen. Krisenmanager zucken bei dieser Zahl. Eine wichtige Handlungsoption in der PR-Krise ist das Ziehen von (personellen) Konsequenzen. In dieser Disziplin haben die Wolfsburger allerdings bislang größte Zurückhaltung geübt. Was das Publikum nicht überzeugt. So wenig Schuldige?

6,5 Milliarden Euro

hat VW an Rückstellungen für die Krise in die Bilanz genommen.

3,5 Milliarden Euro Verlust

hat dadurch VW im dritten Quartal 2015 ausgewiesen. Der erste Verlust seit 15 Jahren. Aber wohl nicht der letzte.

500 Sammelklagen

gegen VW verhandelt ein US-amerikanisches Gericht. Die Kläger fühlen sich von VW als Autokäufer betrogen oder haben Kursverluste erlitten. Das wird teuer.

20 Milliarden Euro

nimmt VW an Krediten von 13 verschiedenen Banken auf, um die Folgekosten von Dieselgate bewältigen zu können.

50 Milliarden Dollar

an Strafe droht Volkswagen in den USA für die rund 580.000 manipulierten Dieselautos. Ob VW wirklich diese Maximalstrafe zahlen muss, ist unwahrscheinlich. So war Toyota wegen vergleichbarer Umweltverstöße mit einer Forderung von 58 Milliarden Dollar konfrontiert. Am Ende waren es 34 Millionen Dollar, also weniger als 1 Promille. Doch: Toyota schummelte nicht vorsätzlich.

1,25 Prozent

Zinsen zahlt die Volkswagen Bank für Tagesgeld, und damit die höchsten Zinsen aller namhaften Banken. Der Grund ist offensichtlich: VW braucht händeringend Liquidität und borgt es sich massenhaft von Kleinanlegern.

5 Punkte

hat das Sofortprogramm des neuen VW Chefs Matthias Müller, das er bereits am 28. Oktober verkündete.

  1. Hilfe für die Besitzer manipulierter Fahrzeuge (wovon bis heute fast nichts zu sehen ist),
  2. Aufklären des Manipulationsskandals (wo es nur wenig Fortschritte zu sehen gibt),
  3. Konzern umbauen und dabei sparen (was offensichtlich leichter fällt als das Aufklären und Helfen von Kunden, denn das Streichprogramm steht sehr schnell),
  4. eine neue Unternehmenskultur mit neuem Führungsverständnis (wofür bislang wohl keine Zeit war…) und
  5. das Erarbeiten einer „Strategie 2025“, um Profite und Kundenzufriedenheit wieder herzustellen.
Bescheidene 50 Mitarbeiter

haben von der Amnestie-Regelung Gebrauch gemacht. Es fehlt offensichtlich das Vertrauen, ob das Topmanagement zu seinen Zusagen steht.

Krisen-PR Dieselgate2Läppische 10 Euro

kostet das Bauteil, um die Abgaswerte der Motoren zu verbessern. Ob durch das zusätzliche Bauteil die Leistung der Motoren sinkt und VW-Kunden künftig weniger spritzig Auto fahren, hat Volkswagen bislang noch nicht verraten. Das Thema kocht bestimmt noch hoch. In 2016.

Das Jahr 2016

hat kaum begonnen, kommen neue schlechte Nachrichten: 1,8 Milliarden Euro muss VW möglicherweise sofort wegen der Betrugsvorwürfe an die Europäische Investitionsbank zurückzahlen. Den Kredit bekamen die Wolfsburger für die Entwicklung umweltfreundlicher Motoren – ohne zu liefern?

Für Krisenkommunikatoren liefert VW auch in diesem Jahr vielfältigste Herausforderungen – positiv betrachtet.

Jörg Forthmann

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