Corporate Social Media Blog
Faktzweinull

Don’t worry, be snappy
  • R Heintze
  • 362 Views
  • 0 Comment
  • Snapchat . Social Media . Social Media Nutzung . Studie . Web 2.0 .

Droht Snapchat Tod durch Vergreisung?

Gerade noch wurde berichtet, dass Snapchat jetzt irgendwie größer ist als Twitter – und plötzlich droht das Foto- und Video-Chatnetzwerk mit den geisterhaft verschwindenden Bildern schon wieder unterzugehen. Das zumindest impliziert dieser sehr schön formulierte Facebook-Post der Hamburger Unternehmensberatung Ribbon & Partner, auf den mich kürzlich mein Kollege und Mediengau-Autor Jörg Forthmann aufmerksam machte:

Rollator-Stories: Snapchat wird derzeit einer eMarketer-Studie zufolge von Greisen überrollt. Erfahrungsgemäß verscheuchen zu viele Ältere die scheuen Nutzer zwischen 18 und 24. Das Problem der Filmchen-Frickel-App sind rüstige Social-Senioren zwischen 25 und 44.

Der nächste Untergang eines Big Players im Web 2.0 kündigt sich an? Ein eigentlich auf Jugendliche ausgerichtetes Soziales Medium stirbt (mal wieder), weil sich dort jetzt auch ihre Eltern tummeln? Und selbst Kinder, die erst zur Zeit von Mauerfall & Wiedervereinigung geboren wurden, gelten im Social Web schon als Senioren?

Meine Neugier war geweckt. Der Post weist auf einen Artikel im US-Business-Newsdienst Quartz hin. Gleich zu Anfang zeigt eine Grafik, wie rapide in den USA die Anzahl der Snapchat-Nutzer in den Altersgruppen 25 bis 34 und 35 bis 44 laut einer Studie von eMarketer angestiegen ist. Millionen über Millionen sind hinzugekommen:

 

Grafik Anstieg Snapchat-Nutzer in den USA Alter 25-44

Quelle / ©: Ian Kar(Reporter at Quartz) via www.theatlas.com/i/atlas_Skhi7P_N@2x.png

 

In diesem Anstieg steckt nach Ansicht des Autors ein Risiko für Snapchat: Die „Oldies“ könnten die besonders werberelevante Gruppe der 18 bis 24-Jährigen vertreiben, der Dienst dadurch seine Attraktivität für Anzeigenkunden und damit seine wichtigste Einnahmequelle verlieren.

Bis hierhin klingt das ja erstmal schlüssig. Bei genauerem Hinsehen scheinen diese Schlüsse aber doch etwas voreilig gezogen zu sein. Ich habe mir einfach mal die kompletten Zahlen bei eMarketer angeschaut und mir daraus meine eigenen Grafiken gebastelt.

2014 hatte Snapchat laut eMarketer in den USA 32,8 Millionen Nutzer, die ihren Snapchat-Account mindestens einmal pro Monat per Smartphone-App nutzten. Nach Altersgruppen unterteilt sah die Nutzerschaft so aus:

 

Grafik US-Snapchatnutzer 2014 nach Altergruppen

2016 waren es dann 58,6 Millionen Nutzer:

 

Grafik US-Snapchatnutzer 2016 nach Altersgruppen

Was fällt an den Grafiken auf? Sie sehen sich verdammt ähnlich. Denn Snapchat legt in allen Altersgruppen kräftig zu.

Das Verhältnis der jungen zu den „alten“ Nutzern ab 25 hat sich zwar tatsächlich etwas zugunsten der Senioren verschoben – aber nur um etwa fünf Prozentpunkte. Kein Grund, die Snapoklaypse auszurufen. Denn dass die Wachstumsraten in den Altersgruppen etwas abnehmen, in denen man schon eine besonders hohe Durchdringung erreicht hat, ist geradezu natürlich. Die demografische Entwicklung tut ihr Übriges dazu. Unter diesen Gesichtspunkten kann die Altersstruktur der Snapchat-Nutzer als nahezu stabil angesehen werden. Und auch eMarketer prognostiziert, dass im Jahr 2020 immer noch die Mehrheit der (dann erwartet 85,5 Millionen) Snapchatter unter 25 Jahren alt sein wird.

Also: Don’t worry, be snappy!

Roland Heintze

Sichern Sie sich Ihr persönliches Exemplar des Ratgebers „Vordenker in der Social-Media-Kommunikation“ – ein Sonderdruck des Harvard Business Managers in Kooperation mit der Kommunikationsberatung Faktenkontor. Eine E-Mail an Faktzweinull@Faktenkontor.de genügt. Jetzt kostenfrei bestellen!


Anderswo: Meine neue Kollegin Lisa Hyna gibt ihren lesenswerten Einstand bei den Reputationsprofis mit Wie macht man aus der Pflicht die Kür? Wie der Geschäftsbericht die Reputation beeinflussen kann.

 

0 COMMENTS
Kommentar hinterlassen

Folgen

Holen Sie sich jeden neuen Beitrag in diesem Blog in Ihren Posteingang.

Anmelden: