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Faktzweinull

Live Fotos: Wer New Media sagt, muss künftig Bewegtbild können
  • Oliver Hartwig
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  • Apple . Facebook . Social . VW . Winterkorn .

Apple animiert die Fotos auf seinem iPhone6S, Facebook bietet demnächst bewegte Profilbilder an, Angela Merkel wurde als Video auf Youtube 4 Milllionen mal geklickt und die Unternehmenskommunikation von VW stellte Ihren Top-Manager vor eine Logowand, um auf Twitter zu retten, was nicht mehr zu retten war. Wer also heute schon Mühe hat, ein passables Portraitbild zu finden, mit dem man sich Millionen Usern präsentiert, wird jetzt digital bewegt nachlegen müssen. Oder bald als S.M.S gelten: Social Media Saurier.

„Apples Schnappschuss-Revolution“ titelte die Online-Ausgabe der Welt . Und das war dann auch schon der ganze Text. Der Link öffnet ein Video des Medienpartners N24, der die Bewegtbild-Funktion für das neue iPhone 6S erläutert – in 30 Sekunden. So schnell und anschaulich kann das kein Text vermitteln. Fast zeitgleich kündigte Facebook dieser Tage an, seinen Nutzern künftig Bewegtbilder in den Profilfotos zu ermöglichen. The perfect place to make the perfect first Impression lautet die Botschaft in dem Announcement-Video (siehe oben).

Man kann sicher sein: Wenn diese zwei Megaleader der Digitalisierung in einen Trend einsteigen, ist er relevant. Beide treiben sich dabei gegenseitig: Apple macht Highend-Fotografie und 4K-Videos für jedermann zugänglich – und die sozialen Netzwerke sorgen für Abnehmer der Bilder. Bewegtbild ist mittlerweile auch auf Corporate Websites obligatorisch, wo Hintergrundmotive und Kopfbanner mit 12 – 24 Frames pro Sekunde zum Leben erwachen – und auch hörbaren Sound mitliefern. Für die Unternehmenskommunikation bedeuten solche Trends eine Herausforderung: Die Content-Produktion für Video- und Audio-Formate erfordert nicht nur ein massives Aufrüsten an technischer Kompetenz, sondern auch an Professionalität in der Konzeption. Ein pressetaugliches Foto vom Vorstandsvorsitzenden ist relativ einfach hergestellt. wo das Rohmaterial nicht überzeugt, hilft Photoshop. Die Wirkung in einer Bewegtbildsequenz zu kontrollieren ist ungleich schwerer.

Ein mahnendes Beispiel dafür lieferte Volkswagen mit dem Statement des in Bedrängnis geratenen Vorstandschefs Winterkorn, der nur wenige Stunde nach den ersten Meldungen über den Abgasskandal via Twitter in einer Videobotschaft versprach, „so schnell wie möglich, so transparent wie möglich“ alles auf den Tisch zu legen. Der Text war gut, doch in dem schlecht ausgeleuchteten Take vor einer Logowand kam der sichtlich angespannte Top-Manager rüber wie ein Angeklagter vor der Urteilsverkündung. Das Video war sicher nicht der Grund für seinen Rücktritt. Aber geholfen hat es wohl auch nicht. Dennoch gebührt der Volkswagen-Kommunikation Anerkennung für die Innovationsfreude bei der Nutzung von New Media. Der Twitter-Kanal von VW bietet aktuell fast täglich spannende Statements der Entscheider im Konzern:  ein Leuchtturmprojekt.

Der CEO der Zukunft wird seine Videoperformance trainieren müssen, wie Politiker und andere Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens auch. Die Kommunikationsabteilungen und Agenturen wiederum werden mehr Spezialisten für Video und Coporate TV brauchen. Profis mit Fernseherfahrung, die wissen, wie man die Gesichter des Unternehmens telegen in Szene setzt. Internet wird das neue Fernsehen. Der Megatrend birgt eine Riesenchance: Die Botschaft kann autark produziert und verbreitet werden, unabhängig von den Medien. Wer es richtig macht, kann seine Zielgruppe genau da abholen, wo sie immer mehr Zeit verbringt: vor dem Rechner. Angela Merkel hat es vorgemacht: Ihr Interview mit dem Youtube-Star LefLoid wurde primär via Twitter und Facebook promotet per Hashtag. #NetzfragtMerkel erreichte mehr als 4 Millionen Zuschauer. Das sind unbestreitbare Fakten und Trends, die bei Faktenkontor zum Kerngeschäft gehören. Folgerichtig erläutert Jörg Forthmann seine neueste New-Media-Idee – den Blogger-Relevanzindex – in einem animierten Erklärfilm.

Von Oliver Hartwig

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