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Was der mobile-Trend für Unternehmen bedeutet
  • Geerd Lukaßen
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Zwei Drittel aller Social Media-Nutzer in Deutschland greifen inzwischen über Smartphones oder Tablets auf das Web 2.0 zu – und zwar über alle Altersklassen hinweg. Das sind zwölf Prozentpunkte mehr als noch 2012, wie wir jüngst an dieser Stelle berichtet haben. Noch deutlicher ist der Trend in den USA: Bei 78 Prozent der Nachrichtenseiten greift die Mehrheit der Nutzer über mobile Endgeräte und nicht mehr über stationäre PCs auf die Angebote zu. Für Unternehmen hat diese Entwicklung zwei wichtige Folgen.

Natürlich bedeutet der mobile-Trend vor allem eines: Unternehmen müssen die Darstellung ihrer Webseiten für mehrere Endgeräte anpassen. Dazu gehören klassische PCs ebenso wie Smartphones und Tablets und bald vielleicht auch Wearables wie die Apple Watch. Unternehmen sollten diese Entwicklung daher zum Anlass nehmen, um ihre Webseite grundlegend zu überarbeiten – zumal die meisten Entwicklungen aus einer Zeit stammen, als Handys noch vor allem zum Telefonieren genutzt wurden.

Darüber hinaus hat die verstärkte Nutzung mobiler Endgeräte zwei unmittelbare Folgen für die Unternehmen:

Folge 1: Die eigene Webseite verliert an Bedeutung

Interessante Erkenntnisse liefert der “Digital News Report 2015” von Reuters. Demnach gelangen Smartphone-Nutzer in den allermeisten Fällen über Suchmaschinen zu den Nachrichten. Nur eine Minderheit greift direkt über die Nachrichtenseiten wie Spiegel online darauf zu. Dies lässt sich auch auf Unternehmen übertragen. Jeder, der ein Monitoring-Tool wie Piwik oder Google Analytics auf seiner Unternehmenswebseite einsetzt, wird bestätigen können, dass der Anteil der Nutzer, die über Suchmaschinen auf die Webseite zugreifen, steigt.

Für Unternehmen bedeutet das, dass sie ihre Veröffentlichungen wie zum Beispiel Presseinformationen stärker unter SEO-Gesichtspunkten analysieren müssen: Auf welche Keywords soll mein Artikel einzahlen? Gibt es zu diesen Begriffen überhaupt relevantes Suchvolumen – und wie hoch ist der Wettbewerb? Sind andere, themenverwandte Keywords unter Umständen besser geeignet? Die Klärung dieser und weiterer Fragen trägt dazu bei, dass der Artikel eine höhere Chance auf eine prominente Erscheinung in den Google-Trefferlisten hat – und damit für die meisten überhaupt erst sichtbar wird.

Folge 2: Social referrals werden wichtiger

Ein weiteres Ergebnis der Reuters-Studie: Wer über mobile Endgeräte Nachrichten aufruft, tut dies vor allem über Browser. Für den Branchendienst Meedia ist dies ein Indiz dafür, dass Nachrichten vor allem über Links in sozialen Netzwerken abgerufen werden. Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass die meisten Nutzer dies unbewusst tun. Eine aktuelle Studie etwa zeigt, dass nicht einmal jeder zweite 18- bis 34-Jährige angibt, Facebook für die Suche nach interessanten Nachrichten zu nutzen. Gleichzeitig klicken 88 Prozent regelmäßig News-Artikel an (Quelle: journalist 6/2015). Die Nutzer rufen Nachrichten also unbeabsichtigt auf, etwa, weil der Link von Freunden beziehungsweise wichtigen Multiplikatoren geteilt wurde oder die Überschrift auf den ersten Blick Neugierde weckt.

Unternehmen sollten darauf reagieren, indem sie ihre Beziehungen zu wichtigen Influencern ausbauen. Denn dadurch erhöht sich die Chance, dass Inhalte geteilt und damit gelesen werden. Darüber hinaus sollten die Presseabteilungen mehr Zeit in Überschriften und Texteinstiege (Teaser) sowie in Bilder (Infografiken etc.) investieren als in den eigentlichen Text. Der Grudn: Angesichts der Informationsflut werden alle Artikel ignoriert, die einen nicht auf den ersten Blick fesseln. Das trifft vor allem auf die mobile Nutzung zu. Denn über Smartphones und Tablets werden zwar deutlich mehr Artikel aufgerufen als etwa bei stationären PCs, allerdings ist die Verweildauer deutlich kürzer, wie die aktuelle Studie des PEW Research Center zeigt.

 

Voraussetzung in beiden Fällen ist es jedoch, dass es den Unternehmen gelingt, Inhalte und Geschichten zur liefern, die der Zielgruppe einen echten Mehrwert bieten. Denn SEO-optimierte Texte und reißerische Überschriften sorgen zwar für Aufmerksamkeit, tragen aber nicht zu einem langfristigen “User Engagement” bei. Das dahinter stehende Buzzword lautet “Content Marketing”. Dass es hier bei vielen Unternehmen noch Luft nach oben gibt, zeigt die Befragung, die wir gemeinsam mit news aktuell durchgeführt haben und deren Ergebnisse Sie hier nachlesen können.

Geerd Lukaßen

 

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