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Führungskräfte torpedieren EnBW-Chef
  • Jörg Forthmann
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enb3Am vergangenen Montag hat EnBW-Chef Frank Mastiaux seine “Zukunftspläne” vorgestellt, wie der Energiekonzern aus der Krise geführt werden soll. Diese Pläne beinhalten einschneidende Veränderungen: Zentralisierung von Aufgaben in der Karlsruher Zentrale, Entmachtung von Führungskräften, Verkauf von Tochtergesellschaften. Mastiaux hat sich damit in eine gefährliche Situation manövriert. Der Rückhalt in seinem eigenen Haus ist so schlecht, dass er bereits zuvor mit Indiskretionen gegenüber dem Handelsblatt torpediert wurde. Seine Strategie sei nicht mehr als Marketingfloskeln, berichtete das Handelsblatt von “Insidern”. Es “rumore in der Belegschaft”. Manager fühlen sich “nicht korrekt” in die Umbaupläne eingebunden. Mastiaux ist einem Angriff aus dem Inneren ausgesetzt – das sind die gefährlichsten Kommunikationskrisen für Topmanager. Die Insider verfügen über viele möglicherweise kompromittierende Informationen und können sie beliebig streuen. Zudem bleiben sie in Deckung und sind deshalb nur schwer zu stellen.

Offensichtlich wollen wichtige Führungskräfte Mastiaux loswerden und greifen zu harten Bandagen. Was können Topmanager in dieser Situation tun? Einigeln mit vertrauensvollen Spartanern und von dieser sicheren Basis aus zwei Stoßrichtungen verfolgen: 1. Enttarnen und Isolieren der feindlichen Führungskräfte. 2. Verbündete innerhalb und außerhalb des Unternehmens aktivieren, um eine Gegenposition im Betrieb und in der Öffentlichkeit aufzubauen. Schwierig wird es, wenn Mastiaux es bisher vernachlässigt hat, Verbündete aufzubauen. Dann steigt die Wahrscheinlichkeit, dass er am Ende einer schmutzigen Schlammschlacht über kurz oder lang EnBW verlässt.

Jörg Forthmann

 

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