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Der lange Arm des schlechten Rufes
  • R Heintze
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  • Handelsblatt . Reputation . Reputationsmanagement . Unister .

ab-in-den-urlaub & fluege.de: Per Reputationsdesaster ab-in-die-pleite.de?

Einst galt Unister als Vorzeige-Start-up, entwickelte sich zum führenden deutschen Unternehmen im Bereich Online-Touristik. Jetzt berichtet der Spiegel von einer „angespannten Finanzlage“, das Handelsblatt wird konkreter und spricht von drohendem Ruin. Von bilanzieller Überschuldung, 20 Millionen Euro operativem Verlust in einem Quartal und einem Gesamtschuldenstand von 85 Millionen Euro ist die Rede. Unister bestreitet die Berichte. Umsatz bringen Unister vor allem seine Reiseportale „ab-in-den-urlaub.de“ und „fluege.de“, die aggressiv (und teuer) mit den Sympathieträgern Michael Ballack und Reiner Calmund beworben werden.

Die Berichte zu Unister bestätigen unsere Meinung: Ohne einen guten Ruf ist langfristig kein Geschäft zu machen.

 

Pressebild ab-in-den-urlaub, Michael Ballack liest Zeitung am Strand von Rio

Michael Ballack sollte sich einen neuen Job suchen, wenn es nach den aktuellen Medienberichten geht.
Bild: www.ab-in-den-urlaub.de/presse/

Denn ab-in-den-urlaub.de und fluege.de sind in den letzten Jahren neben der omnipräsenten Werbung (den „ab in den Urlaub“-Jingle können Sie mitsingen, oder?) stark durch fragwürdige Geschäftspraktiken aufgefallen. Das spiegelt sich inzwischen durch zahlreiche Negativ-Bewertungen in Internet-Vergleichsportalen wider, das Wort „Betrug“ fällt häufig.

Allerdings: Neben ausführlichen, konkreten Negativ-Bewertungen finden sich dort auch erstaunlich viele oft eher knappe und allgemein gehaltene Spitzenbewertungen… Wie Die Welt in einem aktuellen Artikel darlegt, Anzeichen für Fake-Jubelpostings.

Grundsätzlich gilt: Bezahlte Positiv-Bewertungen sind eine schlechte Idee. Früher oder später fliegt das immer auf und schädigt die Reputation nur weiter. Vor allem, wenn man eine internet-affine Kundengruppe anspricht – eine Zielgruppe, die solche Schummeleien durch Erfahrung am ehesten durchschaut.

Damit werden sowohl Reputationseffekte verschenkt als auch hohe Werbeausgaben nutzlos und das Geschäftsmodell schließlich unrentabel. Wohingegen Unternehmen von tadellosem Ruf teilweise sogar nur auf Reputationsmanagement setzen und völlig ohne Werbung auskommen.

In diesem Zusammenhang sollten sich vermutlich zwei Menschen ebenfalls schnell Gedanken um Ihre eigene Reputation machen: Michael Ballack und Reiner Calmund. Je länger sie mit Unister assoziiert werden, desto eher kann ihr eigener Ruf Schaden nehmen – und umso schwieriger wird es, diesen durch gutes Reputationsmanagement zu retten.

 

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Auf andere Weise wird gerade Discounter Lidl vom langen Arm des schlechten Rufs geschnappt, wie Jörg Forthmann in seinem aktuellen Artikel “Nicht nachmachen! Wie Lidl Harakiri begeht” im Krisen-PR-Blog Mediengau aufzeigt.

2 COMMENTS
  1. Avatar for Thomas Junghanns
    Thomas Junghanns
    August 26, 2015 Antworten

    Guter, interessanter Text, kleiner Fehler: Es muss Reputationsdesaster heißen.

    1. Avatar for R Heintze
      R Heintze
      August 26, 2015 Antworten

      Sehr geehrter Herr Junghanns!

      Vielen Dank für Ihr Lob und den Hinweis auf den Fehler.

      Ich würde mich jetzt zwar gern mit “disaster ist nicht falsch, das ist bloß englisch” herausreden, aber innerhalb von “Reputationsdisaster” macht die englische Schreibweise natürlich erst recht keinerlei Sinn… werde ich gleich korrigieren.

      Viele Grüße vom Hamburger Zeughausmarkt,

      Roland Heintze

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