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Die Pflege, der Chor und ein Star
  • R Heintze
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Krankenhaus-Chor ersingt Reputationsgewinn

Zum Jahreseinstand eine Geschichte mit vielen Reputationsgewinnern, Herzwärme und Musik.

Im Vereinigten Königreich von Großbritannien und Nordirland steht der staatliche Gesundheitsdienst National Health Service (NHS) unter starkem Druck. Schmerzhafte Kürzungen und längere Arbeitszeiten drohen, die Stimmung unter den Mitarbeitern ist schlecht, die öffentliche Anerkennung gering.

Und dann kommt ein Chor.

Nämlich der „Lewisham and Greenwich NHS Choir“ aus zwei NHS-Krankenhäusern in Süd-Ost-London. Der Chor hat schon vor einiger Zeit ein Mash-up aus den Liedern „Bridge over troubled water“ und „Fix you“ aufgenommen. Dazu ein bewegendes und berührendes Video, das vor allem Pflegekräfte und Physiotherapeuten bei ihrer fürsorglichen Arbeit mit Patienten zeigt. Verkaufserlöse aus Downloads des Liedes gehen an Wohltätigkeitsprojekte. Daran erinnert sich eine junge Ärztin und startet mitten in der Vorweihnachtszeit eine Social-Media-Kampagne: Das Lied soll die Nummer 1 der Single-Charts zu Weihnachten werden!

 

 

Die Kampagne wird ein riesen Erfolg. In der Adventszeit steigen die Verkäufe tatsächlich massiv, der kleine Chor rückt bis auf den zweiten Platz vor, kurz hinter Justin Bieber, der einmal mehr die UK-Singlecharts anführte… und dann tweeted der Sänger an seine 72 Millionen Follower:

„so for 1 week it’s ok not to be #1. Let’s do the right thing & help them win. It’s Christmas. @Choir_NHS good luck“

Bieber fordert seine Fans auf, den Chor auf Platz eins zu bringen, nicht die eigene Single. Und mit diesem Extra-Schub schafft es der Chor Ende letzten Jahres tatsächlich auf Platz eins.

Die breite Medienberichterstattung zieht viel Aufmerksamkeit auf das Video und löst viele lobende Kommentare zur guten Arbeit der NHS-Kräfte aus, viele Patienten teilen persönliche Geschichten und drücken ihren Dank aus. Ein ganzer Berufstand erfährt plötzlich einen gewaltigen Reputationsschub. Auch bei Leuten, denen der Name „Justin Bieber“ nicht viel sagt, steigt der Kanadier plötzlich im Ansehen. Und die Wohltätigkeitsprojekte des NHS-Chors freuen sich über einen Geldregen.

Ein Happy End, wie es im Buche steht.

Und ein gutes Beispiel für gelungenes Reputationsmanagement. Reputation ist nicht nur für Unternehmen, Verbände, Führungskräfte und Personen des öffentlichen Lebens eine relevante Dimension. Sondern auch für Berufsgruppen. Denn ohne gute Reputation bleibt schnell der Nachwuchs aus und ein Mangel an Anerkennung erzeugt Frust bei den eigenen Mitarbeitern.

Gerade Pflegeberufe, insbesondere in Deutschland, können einen Reputationsschub zur Nachwuchsgewinnung gut gebrauchen. Dafür ist die britische Erfolgsgeschichte natürlich nicht eins-zu-eins kopierbar. Aber sie zeigt, dass es sich lohnt, dafür in ungewöhnliche Richtungen zu denken. Das machen zum Beispiel die Asklepios Kliniken Hamburg in ihrem neuen Pflege-Blog www.wirpflegen.hamburg. Ich bin sicher wir werden 2016 viele unkonventionelle Projekte diese Art erleben. Der Wettbewerb um Mitarbeiter wird sich in vielen Bereichen weiter verschärfen und eine gute Reputation gehört nun einmal zu den TOP-Kriterien bei der Berufswahl.

 

Bevor ich es vergesse: Allen Lesern ein frohes und erfolgreiches Jahr 2016.

 

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Derweil, bei Mediengau: Jörg Forthmann liefert Fakten und Zahlen zur teuersten PR-Krise 2015 in Zwischenbilanz #Dieselgate: VW büßt milliardenschwer.

 

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