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Contergan-Entschuldigung mit zu vielen offenen Fragen
  • Jörg Forthmann
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50 Jahre gärt der Contergan-Skandal vor sich hin – zum Schaden von Grünenthal. Nun endlich hat sich der Contergan-Produzent öffentlich entschuldigt. Das ist eine sehr kluge Geste von Harald Stock, der erste familienfremde Manager an der Spitze von Grünenthal. Denn gegen die Schicksale und Bilder der Contergan-Opfer kann ein Unternehmen in der Öffentlichkeit nicht bestehen. Möglicherweise gab es die Hoffnung, dass über die Jahrzehnte die fruchtschädigende Wirkung von Contergan in Vergessenheit gerät. Das gelang nicht, im Gegenteil, die vielen Jahre des fehlenden Bedauerns und der fehlenden Reue haben fortwährend rufschädigend gewirkt. Die Entschuldigung ist jetzt eine Kehrtwende, und nicht nur das. Mit der Entschuldigung wird auf den Härtefallfonds hingewiesen, der vor einem Jahr aufgelegt wurde und schwer Geschädigten helfen soll. So weit, so gut. Leider bleibt Stock nun Antworten schuldig. Wie gut ist der Fonds finanziell ausgestattet? Mit wie viel Geld wird nun im Einzelfall geholfen? Gibt es eine Höchstgrenze für Zahlungen? Darauf bleibt Stock die Antworten schuldig und begeht einen unglücklichen Fehler: Die Entschuldigung und der Fonds sollen den Contergan-Skandal abbinden. Doch nun reift Skepsis: Meint Grünenthal es wirklich ernst? So gelingt der Befreiungsschlag nicht.

Lesenswertes Interview mit Harald Stock: http://www.wiwo.de/unternehmen/industrie/contergan-debatte-wir-koennen-es-nie-allen-recht-machen/7105044.html

Jörg Forthmann

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