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Mediengau

Als über das Feuer in einer pakistanischen Textilfabrik weltweit berichtet wurde, zuckten viele Textilhändler und -markenunternehmen erschrocken: “Oh je, hoffentlich lassen wir dort nicht unsere Ware schneidern!” Nun hat es Kik getroffen. Die Unglücksfabrik in Karachi, in der 250 Arbeiter starben, produzierte Jeans für deutsche Kunden. Die Billigproduktion in einem Niedriglohnland mit gefährlichen Arbeitsbedingungen ist nun auf einmal ganz nah an die Konsumenten herangerückt. Will ich wirklich, dass meine Jeans unter diesen Bedingungen produziert wird? Doch Kik hat Glück, denn die Menschen ahnen, dass so preiswerte Ware aus Niedriglohnländern kommt. Die Überraschung ist nicht wirklich da. Und Kik reagiert richtig: Auf der Homepage prangt ein riesiges Banner mit einer “Stellungnahme” (http://kikmedia.kik-textilien.com/files/pdf/PM_Fabrikbrand/Stellungnahme_Fabrikbrand.pdf). Kik will den Menschen helfen und das Unglück aufklären. Damit befriedigt Kik vorerst die Erwartungen der Öffentlichkeit, sich engagiert um die Opfer zu kümmern und Lehren zu ziehen. Doch neben Kik lassen auch bekannte Modemarken in Pakistan & Co. produzieren. Sollte es hier ein Unglück geben, wird der Schaden durch eine breite Kaufverweigerung deutlich größer sein, denn wer eine angesehene In-Marke trägt, will nicht mit menschenunwürdigen Produktionsbedingungen konfrontiert sein. Karachi ist ein Weckruf für die Krisenmanager.

Jörg Forthmann

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