Kraft Foods übersieht Evakuierte bei Chemieunglück

Kraft Foods übersieht Evakuierte bei ChemieunglückDas Chemieunglück bei Kraft Foods ist ein Lehrstück für Kommunikatoren, die Leidtragenden einer Evakuierung nicht zu vergessen. Rund 1.200 Menschen mussten aufgrund austretender Chemikaliendämpfe rund um das Kraft Foods-Werk in Bad Fallingbostel evakuiert werden. In der Krisenkommunikation wurden diese Menschen allerdings vergessen. Beispiele: Erika Feick feierte ihren 80. Geburtstag in der Notunterkunft und bekam einen Schokoriegel – vom Roten Kreuz. Vielen fehlten Ladegeräte für ihre Handys, um mit ihrer Familie in Kontakt bleiben zu können. Andere hätten eine Fahrgelegenheit zu ihrer Arbeitsstelle gebraucht. Es gab also viele Stellen, bei denen Kraft Foods sich hätte engagieren können, um den Opfern des Chemieunfalls zu helfen. Diese Chance wurde leichtfertig vertan. Kraft Foods ist – leider – nicht allein, wenn sich Krisenkommunikation allein darauf konzentriert, negative Berichterstattung vom Unternehmen abzuwehren – und dabei die Menschen vergisst. Allzu oft fällt das den Unternehmen dann auf die Füße. Amerikanische Krisen-Trainer impfen deshalb ihren Klienten die Leitlinie ein: „We care about you!“

Jörg Forthmann

Jörg Forthmann
Posted inKrisen-PR Blog: Mediengau

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