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Krisen-PR: Datenschutz-Skandal weltweit gesucht
  • Jörg Forthmann
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  • Investigativjournalismus . Whistleblower .

Journalisten rufen weltweit zum Verrat am eigenen Unternehmen auf

Die Zeit und Zeit Online rufen international Whistleblower aus IT-Unternehmen dazu auf, Datenschutz-Skandale zu melden. Die französische Internet-Zeitung Mediapart, der britische Daily Telegraph, das US-Portal The Intercept und die britische Internet-Zeitung WikiTribune machen mit. Lesen Sie hier mehr.

Hinter diesem Aufruf steht das The Signals Network, eine Stiftung aus den USA, die das Whistleblowing fördert. Die Redaktionen suchen Mitarbeiter aus IT-Unternehmen, die über Missstände beim Umgang mit Daten oder in der Zusammenarbeit mit Geheimdiensten Missstände berichten können. Das Mediennetzwerk kann auf 30 Investigativ-Journalisten zurück greifen.

Auf Zeit.de heißt es:

Die Technologiebranche hat uns eine Vielzahl neuer Möglichkeiten eröffnet und unser Leben verändert. Big-Data-Unternehmen verfügen über gewaltigen Einfluss und kennen manche unserer persönlichsten Geheimnisse. Zum Teil arbeiten die Unternehmen eng mit Geheimdiensten zusammen oder mit anderen Firmen aus der Privatwirtschaft. Dabei entwickeln sie einen immer stärkeren Einfluss auf demokratische Prozesse.

Besitzen Sie Informationen, wonach ein Technologieunternehmen etwas Falsches tut oder mit seinen Daten nicht korrekt umgeht? Sind Sie nach nach bestem Wissen und Gewissen davon überzeugt, dass die Öffentlichkeit Schaden nimmt, dass sie ausgenutzt oder hinters Licht geführt wird?

Dann wollen wir von Ihnen hören, und zwar unabhängig davon, ob die fraglichen Daten auf sozialen Medien genutzt werden, für Marketingzwecke, im Gesundheitswesen, der Strafverfolgung, für Maschinelles Lernen, Künstliche Intelligenz oder andere Zwecke.

Die Whistleblower können sich über verschlüsselte Telefonnummern, E-Mail-Postfächer oder den anonymen digitalen Briefkasten von Zeit Online melden.

Bei The Signals Network kümmern sich die Whistleblower Antoine Deltour und John Kiriakou mit dem Menschenrechtsnawalt Ben Wizner um die Sicherheit der Whistleblower. Das reicht von Anwälten über eine psychologische Betreuung bis hin zu einer sicheren Unterbringung im Ernstfall.

Für IT-Unternehmen ist dieser Aufruf heikel. Faktisch haben sie keine Chance, Whistleblower aus dem eigenen Haus aufzuhalten. Hier hilft nur, die gesetzlichen Regelungen zügig umzusetzen. Denn Whistleblower gehen nur straffrei aus, wenn sie mit ihren Hinweisen im Haus nicht gehört und ernst genommen wurden. Deshalb installieren große Konzerne zunehmend Whistleblower-Hotlines, um die kritischen Hinweise hausintern aufzufangen.

Jörg Forthmann

 

 

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