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Krisen-PR: Europäische Allianz der Investigativ-Journalisten gegründet
  • Jörg Forthmann
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  • Investigativ-Journalismus .

Spiegel verbündet sich mit acht europäischen Medien

Krisen-PR SpiegelDer Investigativjournalismus professionalisiert sich: Heute hat der Spiegel die Gründung der European Investigative Collaboration (EIC) verkündet. Das dürfte den Kommunikatoren in europaweit tätigen Konzernen Kopfzerbrechen machen. Was der neue Verbund für die Krisen-PR bedeutet.

“Die in der EIC (European Investigative Collaboration) zusammengeschlossenen Medien haben zu dem Thema gemeinsam über Wochen recherchiert und die Ergebnisse miteinander ausgetauscht. Danach hat jede Redaktion die Recherchen mit eigenen Schwerpunkten verarbeitet und in der eigenen Sprache aufgeschrieben; sie werden an diesem Wochenende zeitgleich veröffentlicht. Der digitale SPIEGEL erscheint heute um 18 Uhr, die gedruckte Ausgabe ist morgen erhältlich.

Zu den Partnern des EIC gehören neben dem SPIEGEL: “Der Falter” (Österreich), “El Mundo” (Spanien), “L’Espresso” (Italien), “Le Soir” (Belgien), “Mediapart” (Frankreich), “Newsweek Serbia” (Serbien), “Politiken” (Dänemark) und “RCIJ/The Black Sea” (Rumänien).

DER SPIEGEL hat dieses Netzwerk mit ins Leben gerufen, weil investigative Recherchen heutzutage immer öfter nach einer internationalen Zusammenarbeit, nach einem Austausch von Journalisten aus verschiedenen Ländern verlangen. So wie der SPIEGEL seine besten Zugänge zu vertraulichen Informationen in Deutschland hat, so haben andere Medien wertvolle Zugänge in ihren Heimatmärkten. Die Waffengeschichte im aktuellen Heft soll das erste von mehreren Projekten sein, das sich die EIC für dieses Jahr vorgenommen hat.

Gespräche über eine Erweiterung des Netzwerkes werden bereits geführt. “Die EIC wird weiter wachsen”, sagt SPIEGEL-Chefredakteur Klaus Brinkbäumer, “und uns in der Investigativ-Arbeit noch stärker machen.”

So berichtet der SPIEGELblog.

In der aktuellen Ausgabe des “Spiegels” ist die erste Co-Produktion veröffentlicht: eine Geschichte mit dem Handel gebrauchter Waffen. Weitere Investigativ-Stories sollen folgen. Wie es heißt, gibt es künftig wöchentlich eine Skype-Konferenz aller neun Medien, um die aktuellen Recherchen zu besprechen.

Damit verstärkt sich die Möglichkeit der Investigativjournalisten aus der Spiegel-Redaktion, Informationen aus anderen europäischen Nationen zusammen zu tragen, da dort das jeweilige lokale Netzwerk genutzt werden kann. Dies ist insbesondere für internationale Konzerne eine Herausforderung, die ab heute mit einer professionelleren Organisation in der Krisen-PR konfrontiert werden können. Sprachbarrieren sowie der Zugang zu Informanten und Behörden können im europäischen Netzwerk länderübergreifend erheblich leichter gelöst werden.

Jörg Forthmann

4 COMMENTS
  1. Avatar for Michael Sprinzl
    Michael Sprinzl
    März 19, 2016 Antworten

    Und was ist das Ziel des Ganzen? Das wird keusch verschwiegen.
    Angriffe gegen bestehende Machtstrukturen? Kampf dem Kapitalismus? Kampf dem Terrorismus? Kampf gegen Glyphosat? Zumindest die beiden deutschsprachigen Partner lassen ja nicht unbedingt auf politisch unabhängige Ausrichtung schließen. Die Waffengeschichte ist ein positiv bewertbarer Einstieg, aber was kommt dann?

    1. Avatar for Jörg Forthmann
      Jörg Forthmann
      März 19, 2016 Antworten

      Hallo Herr Sprinzl,
      was denken Sie denn, was das Ziel des Ganzen ist? Ich halte es für das kluge Verbünden mehrerer europäischer Redaktionen im Investigativjournalismus, um den einzelnen Medien bessere Zugänge zu Scoops zu liefern – und damit die Auflage zu stabilisieren.
      Auf ihr Echo freut sich
      Jörg Forthmannn

  2. […] Derweil, bei Mediengau: Die Lufthansa findet kein Heil mit Hitler, und Investigativ-Journalisten rüsten auf. […]

  3. […] Kerstan Mügge erklärt in dem Interview, dass die riesige Menge an Material so groß gewesen ist, dass sie allein für die beiden ursprünglich in Deutschland damit befassten Journalisten nie zu bewältigen gewesen ist. Am Ende haben sich weltweit 400 Redaktionen an der Auswertung beteiligt. Das ist eine neue Dimension im Investigativjournalismus und gibt all jenen in den Chefredaktionen recht, die für den Anschluss an weltweite Rechercheverbünde plädieren – wie zuletzt beim Spiegel geschehen. […]

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