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Sexskandal um Sesamstraßen-Star Elmo
  • Jörg Forthmann
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Sexskandal um Sesamstraßen-Star Elmo

Es ist kurz vor Weihnachten, und der Sesamstraßen-Star Elmo gerät in den USA in einen Sexskandal: Seine Stimme Kevin Clash soll Sex mit Minderjährigen gehabt haben. Ausgerechnet mit Minderjährigen! Das trifft ins Herz der Sesamstraßen-Fans. Dabei ist Elmo der Star unter den Sesamstraßen-Merchandise-Artikeln des Spielzeugherstellers Hasbro: Etwa die Hälfte des Merchandise-Umsatzes von 75 Millionen Dollar pro Jahr soll auf Elmo entfallen. Das wird dieses Jahr wohl weniger, denn der Skandal platzt mitten in das Weihnachtsgeschäft. Das Muster dieser Krise ist altbekannt: Das Gesicht eines Unternehmens oder einer Kampagne gerät in einen Skandal – und reißt das gesamte Umfeld mit. Die Telekom hatte beim Rennrad-Sponsoring plötzlich Doping in der Presse. Rennstall-Besitzer wurden beim Nazi-Sex gezeigt, und Vorstandsvorsitzende beim Ausspannen der Ehefrau eines Kollegen erwischt. Kommunikatoren bleibt da nur der Rat, schnell und konsequent einen Strich zu ziehen.  Bei ungeklärten Vorwürfen und der tiefen Überzeugung, dass die Vorwürfe haltlos sind, hilft die Beurlaubung. Bei Elmo gibt es obendrein eine Option, die man häufig nicht hat: Im Internet kursieren bereits mehr oder minder witzige Verunglimpfungen der Stofffigur. Hier könnte Elmo um Solidarität kämpfen: “Ich war es nicht. Liebe Fans, steht weiter zu mir!” Das geht nur bei emotional aufgeladenen, positiven Beziehungen zu den Menschen. Unternehmensrepräsentanten haben diesen Joker zumeist nicht. Sie könnten ihre Mitarbeiter um Solidarität bitten. Aber das Standing von Topmanagern ist in deutschen Unternehmen allzu oft nicht gut genug für einen derartigen Hilferuf. Da rächt sich dann eine schlechte Mitarbeiterkommunikation in den Jahren zuvor.

Jörg Forthmann

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