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Apple: Judo-Taktik mit chinesischer Propaganda
  • Jörg Forthmann
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hosSPD-Schlachtross Franz Müntefering hat vor Jahren seine Lieblingstaktik in der Auseinandersetzung mit Angreifern beschrieben: Man mache es wie im Judo; den Schwung des Gegners nutzen und ihn auf’s Kreuz legen. Wie das in der Unternehmenskommunikation funktioniert, kann man derzeit sehr schön bei Apple in China beobachten. Der amerikanische Konzern bezieht erhebliche Prügel der chinesischen Staatsmedien, was sich in Social-Media-Diensten fortsetzt. Apple hat sich die Anwürfe genau angesehen, und siehe da: Der populäre Schauspieler Peter Ho beklagte sich online, auch er sei als Apple-Fan tief betroffen. Am Ende seines Tweets stand jedoch “um etwa 8.20 Uhr posten”. Da hat Ho beim Paste-and-Copy des vorgegebenen Posts wohl vergessen, die Regieanweisung zu löschen. Dieses Versehen ist für Apple ein Glücksfall, denn so lässt sich nachweisen, dass die vermeintliche Empörung der chinesischen Apple-Kunden künstlich stimuliert ist. Tatsächlich hat sich die Berichterstattung in den westlichen Medien gedreht und nun einen kritischen Unterton, dass es sich hier wohl um eine gesteuerte Kampagne handelt.

Apple-Chef Tim Cook sich hat bei den chinesischen Kunden zwischenzeitlich “aufrichtig entschuldigt”. Die Empörungswelle ist abgeebbt. Offiziell wird dies mit der Entschuldigung von Cook begründet. Inoffiziell dürfte die Affäre jedoch peinlich für die chinesische Politik geworden sein, so dass man ohne Gesichtsverlust zurückgerudert ist.

Das Apple-Beispiel zeigt, wie wertvoll es ist, bei seinen medialen Gegnern nach Hinweisen für unredliches Handeln zu suchen. Leider haben nur wenig Unternehmen in der Krise den Mut, die Judo-Technik einzusetzen.

Jörg Forthmann

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