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Mediengau

berZum Flughafen Berlin-Brandenburg gibt es ausreichend schlechte Nachrichten wegen großer Fehler am Bau. Doch auch in der Kommunikation werden Kardinalfehler begangen: Offensichtlich hat niemand ein Auge darauf, aus welchen Quellen Negativnachrichten gespeist werden. Journalisten brauchen für emotionale Geschichten Schicksale, gerne auch Opfer. Das gab es bis vor Kurzem beim Flughafen Berlin-Brandenburg nicht. Nun schon, denn die Mieter von Läden und Restaurants melden sich zu Wort und beklagen ihre Schäden durch die mehrfach verschobene Eröffnung des Flughafens. In Wort, Bild und Film schildern die Unternehmer, wie sie der Flughafen in wirtschaftliche Bedrängnis bringt, wie sie um ihre teure Innenausstattung inmitten der Bauarbeiten fürchten und wie schlecht sie sich behandelt fühlen. Endlich hat der Flughafen-Skandal Gesichter von “Opfern”.

Das hätte die Flughafengesellschaft einfach verhindern können. Mit verhältnismäßig geringen Geldsummen lassen sich die Schäden ausgleichen. Statt dessen – so berichtet der Rechtsanwalt Andreas Damm redefreudig den Medien – würde “in Einzelfällen auf die Zahlung von Sicherheiten verzichtet oder eine geringfügig längere Laufzeit des Mietvertrages angeboten”. Das gemeine Volk empfindet so etwas als unanständig. Den Eindruck der Unfähigkeit kann der beste Kommunikator beim Flughafen Berlin-Brandenburg nicht mehr verhindern. Den Eindruck der Unanständigkeit hätte man hingegen leicht vermeiden können. Im Gegenteil: Die Verantwortlichen hätten an dieser Stelle zeigen können, dass Sie das menschlich Mögliche tun, um Folgeschäden und unternehmerische Schicksalsschläge zu verhindern. Der Flughafen hat so wenig Fürsprecher; diese Chance nicht zu nutzen, ist geradezu fahrlässig.

Jörg Forthmann

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