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Fraport: Lärmgeplagte Anwohner werden rausgekauft
  • Jörg Forthmann
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Fraport: Lärmgeplagte Anwohner werden rausgekauftDie Frankfurter Flughafengesellschaft Fraport liefert ein gutes Beispiel für die Krisen-Regel “If you can’t beat them, join them.”.Lärmgeplagte Anwohner in der Einflugschneise der seit 14 Monaten genutzten, neuen Landebahn Nordwest können ihr Haus an den Flughafenbetreiber verkaufen. 130 Eigenheimbesitzer haben das Angebot bereits genutzt. Weitere 219 Anträge von Anwohnern liegen vor. Fraport vermietet die Immobilien weiter. Etwa jedes fünfte Haus wird an den Altbesitzer zurückvermietet. Der Leerstand beträgt nur zehn Prozent. 26 Millionen Euro hat das Aufkauf-Programm bisher gekostet. Das klingt viel, doch es ist noch nicht einmal ein Prozent der Investitionssumme für den Bau der Landebahn.

Diese Initiative wird nicht ausreichend, um  den fortdauernden Protest trocken zu legen. Aber es bietet den Anwohnern eine Alternative und führt zur Erosion des Widerstands. Da Protestbewegungen eine kritische Masse benötigen, um dauerhaft zu funktionieren, ist dieser Ansatz sehr klug.

Obendrein könnte das Aufkauf-Programm sogar noch eine gute Investition für Fraport werden. Angesichts aktuell niedriger Refinanzierungszinsen trägt sich die Aktion selbst, wenn die Häuser für schätzungsweise 700 Euro pro Monat weiter vermietet werden. Das ist vor den Toren Frankfurts nicht wirklich viel. Auf diesem Weg zahlt Krisenmanagement doppelt auf den Unternehmenserfolg ein: Die Protestfront erodiert, und Fraport hält ein kleines, gewinnbringendes Immobilienportfolio.

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