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Siemens will nicht als ICE-Sündenbock herhalten
  • Jörg Forthmann
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Siemens will nicht als ICE-Sündenbock herhaltenSiemens-Chef Peter Löscher sieht seinen Konzern nicht als Sündenbock für mögliche Probleme im Winterfahrplan der Bahn, obwohl acht neue ICE-Züge nicht rechtzeitig vor dem Wintereinbruch geliefert werden konnten. „Wir lassen niemanden im Stich. Unseren Kunden Deutsche Bahn nicht und nicht deren Fahrgäste“, zitiert die „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung”. Siemens habe der Bahn ein umfangreiches Winterpaket angeboten: „100-Service-Techniker stehen jederzeit bereit, um Probleme der ICE-Flotte jederzeit beheben zu können.“ Diese Bemühungen, die Reputation als leistungsfähiger Hochtechnologie-Lieferant wieder herzustellen, kommt reichlich spät. Bereits vor einem Monat hatte Siemens erklärt, dass acht neue ICE 3 des Typs Velaro wegen Software-Problemen nicht wie geplant eingesetzt werden können und dafür scharfe Kritik von der Bahn geerntet. Fernverkehrschef Berthold Huber warf Siemens vor, die Bahnkunden im Stich zu lassen. Auch Bahnchef Rüdiger Grube beschwerte sich öffentlich über die Lieferqualität von Siemens.

Warum hat Löscher das “umfangreiche Winterpaket” und den Einsatz von “100 Service-Technikern”, die “jederzeit” Probleme an der ICE-Flotte beheben können, nicht schon Ende November zeitgleich mit dem Bekanntgeben der verspäteten Lieferung ins Feld geführt. Damals wären die Anstrengungen von Siemens gewürdigt worden, das Bestmögliche für die Bahn und ihre Kunden zu tun. Jetzt kommt diese Erklärung hoffnungslos zu spät.

 

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