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Mediengau

Eigentlich sollte das neue Youtube-Video von Microsoft eine gelungene Parodie auf das neue iPhone aus Plastik werden. Wurde das iPhone aus Plastik erfunden, um Geld zu sparen? Ja. Verkaufen wir das den  Leuten als besonderen Gimmick? Ja. Zwei Minuten lang dauert der Video-Clip, bei dem zwei Apple-Mitarbeiter einem Vorgesetzten erklären, was die neue tolle Innovation des Plastik-iPhones ist. Der Chef ist nur von hinten zu sehen, erinnert jedoch stark an den verstorbenen Steve Jobs. Das Echo auf den Clip ist wenig erfreulich: Die Community lacht verhalten. Viele Stimmen unterstellen Microsoft, ein schlechter Verlierer zu sein. Denn: Innovationen sind bei Microsoft rar, und im Mobilfunkmarkt haben sich die Amerikaner gerade erst die schwächelnde Nokia gekauft, um überaupt noch den Anschluss halten zu können. Ein Microsoft-Sprecher bereut: “Das Video ist nur als fröhlicher Schubser gegen unsere Freunde in Cupertino gedacht gewesen.” Man sei über das Ziel hinausgeschossen und habe es deshalb zurückgenommen.

Was lernen Kommunikatoren daraus: Ironie ist in der Kommunikation ein Bumerang. Microsoft hat aus einer Position der Schwäche gegen Apple geschossen. Das wird nur einem David zugestanden, der sich gegen einen übermächtigen Goliath wehrt. Unter Goliaths gelten im Publikum andere Maßstäbe. Ein Apple-Schmähvideo gegen Microsoft anlässlich des Nokia-Erwerbs wäre glatt durchgegangen. Vielleicht kommt das jetzt noch.

Jörg Forthmann

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