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Gut gelöst: Ariel kontert Hitler-Shitstorm
  • Jörg Forthmann
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  • Befreiungsschlag . Shitstorm .

Ariel88Mit dem Hashtag #Ariel88 brach der Shitstorm bei Ariel aus: Procter & Gamble hatte eine Ariel-Packung heraus gebracht, auf der in großer Schrift die “88” aufgedruckt war. In rechtsradikalen Kreisen steht die 8 für den achten Buchstaben im Alphabet, also die 88 für HH oder “Heil Hitler”.  Entdeckt hat sie unter anderem Twitter-Nutzer @koerperkirmes. Wie Procter & Gamble den Shitstorm sehenswert bremste.

Eigentlich hatten die Ariel-Vermarkter dem Kunden nur sagen wollen, dass dank erhöhter Konzentration nun statt 83 fünf weitere Maschinen Wäsche mit einer Packung sauber werden. Die “88”-Empörung lief durch die sozialen Medien und wurde offensichtlich auch von den Procter & Gamble-Verantwortlichen schnell gesehen. “Klares NEIN zu rechtem Gedankengut: Ariel-Packung mit ungewollter Doppeldeutigkeit „88“ seit Montag nicht mehr ausgeliefert”, schrieb Procter & Gamble Deutschland bei Twitter.

Diese Reaktion ist in zweierlei Hinsicht bemerkenswert:

1. Sie erfolgte schnell und klar. Damit dürfte der Shitstorm in sich zusammenfallen.

2. Das Procter & Gamble-Management scheute selbst vor einem Lieferstopp nicht zurück. Das ist im Zweifelsfall teuer. Diese Entscheidungsfreude vermissen wir Kommunikatoren in vielen Krisen.

Ganz ohne Reputationsschaden bleibt die Geschichte für Ariel nicht. Online wurde breit über den 88-Shitstorm berichtet, zum Beispiel in Focus, N24 und Die Welt.

Der Ariel-Shitstorm ist ein gutes Beispiel dafür, dass es für Unternehmen künftig mehr Krisenfälle geben wird. Es genügt ein einziger Social-Media-Nutzer, um eine Krise auszulösen. Journalisten sind dann nur noch Follower.

Jörg Forthmann

 

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