Krisen-PR: Warum der Betriebsratsangriff an VW-Chef Diess abperlt - Faktenkontor Krisen-PR: Warum der Betriebsratsangriff an VW-Chef Diess abperlt - Faktenkontor

Krisen-PR: Warum der Betriebsratsangriff an VW-Chef Diess abperlt

Der VW-Betriebsrat hat sein Misstrauen gegen den VW-Chef Herbert Diess ausgesprochen. Am Ende dieser Konfrontation könnte die Abberufung des mächtigen Autochefs stehen. Wie gefährlich ist diese Offensive der Arbeitnehmer medial? Ist das der Auftakt einer profunden Kommunikationskrise? Sehen Sie hier, wie die VW-Pressestelle am Morgen danach die Lage anhand harter Zahlen beurteilen kann.

Die Nachricht vom Misstrauensvotum der VW-Betriebsräte verbreitete sich rasend schnell und hatte eine negative Tonalität. Doch schon hier lag die erst zaghafte Entwarnung für die VW-Kommunikatoren. Angesichts der Schwere der Attacke war der Tonalitätssaldo noch verhältnismäßig gut. Das Thema eskalierte leicht und mutierte zu einem mittelschweren Krisenthema. Bleibt die Frage am „Morgen danach“: Gewinnt die Krise weiter an Fahrt? Hier hilft die Analyse der Viralität, hinter der sich die Emotionalität verbirgt, die ein Thema im Publikum auslöst. Am Tag des Betriebsratsangriffs dümpelt die Viralität fast bei Null.

Was bedeutet eine Viralität nahe der Nulllinie? Die Krise bekommt keine eigene Dynamik, weil sie nicht in der öffentlichen Aufmerksamkeit verfängt. Worüber man sich nicht aufregt, das heizt auch keine Krise an. Und das ist die gute Nachricht für die VW-Pressestelle. Herbert Diess ist – medial – nicht der Getriebene. Neue Impulse für die Berichterstattung kommen, wenn überhaupt, aus dem Konzern. Damit wird das Spiel am zweiten Tag der Auseinandersetzung quasi neu eröffnet.

Der Automanager geht also selbst in die Offensive und setzt diese Botschaften an die Mitarbeiter ab:

Der nächste Golf darf kein Tesla sein.
Der nächste Golf darf nicht aus China kommen.
Die nächste Ikone muss wieder ein Wolfsburger sein: Trinity!

Ich freue mich darauf, mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in Wolfsburg gemeinsam diesen so wichtigen Wettbewerb anzupacken.

Die heute bestehenden Jobs werden innerhalb der nächsten 10 bis 15 Jahren sicher weniger – vor allem in der Verwaltung auf Konzernebene, aber auch in der Produktion und in der Entwicklung. Es werden neue und andere Jobs dazukommen.

Aber nicht Herbert Diess oder Daniela Cavallo entscheiden darüber. Die Kunden entscheiden, indem sie entweder ein Auto aus Brandenburg oder ein Auto aus Wolfsburg kaufen. Es hängt davon ab, wie wettbewerbsfähig wir in der NEW-AUTO-Welt sein werden.

Liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, ich möchte, dass Ihre Kinder und Enkelkinder auch 2030 noch einen sicheren Job bei uns in Wolfsburg haben können.

Jörg Forthmann

 

Jörg Forthmann
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