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Krisen-PR: Warum Gorillas um Kunden bettelt

Lieferdienst empört mit Bettelbrief

Dieser Brief des Lieferdienstes Gorillas ist bei Kunden nicht gut angekommen: „Ich muss dringend befördert werden. Die Inflation ist verrückt. Ich brauche eine Gehaltserhöhung“, schreibt der vermeintliche Marketingmitarbeiter Adri. Dazu brauche er die Hilfe der Kunden. Deshalb solle man den Gutschein einlösen. Die Empörung folgte sogleich. Tatsächlich ist der Bettelbrief nur das Symptom des Problems. Sehen Sie hier die wahre Lage von Gorillas.

Im Benchmark mit den Wettbewerbern Wolt und Flink zeigt sich, dass Gorillas ein Reputationsproblem hat. Mit Müh und Not hat der Lieferdienst mehr positive als negative Aussagen. Die Reputation als Arbeitgeber, die Reputation in der Nachhaltigkeit, die wirtschaftliche Reputation und die Reputation des Managements sind negativ. In der Berliner Politik würde man das in diesen Tagen als Vierfach-Wumms bezeichnen.

Auf den ersten Blick verbreitet wenigstens das Ergebnis in der Reputationsdimension Produkt & Services Hoffnung. Hier ist die Bilanz positiv. Doch der Benchmankvergleich mit Wolt und Flink entzaubert auch diesen Hoffnungsschimmer. Der Wettbewerb schlägt sich auch hier besser. Außerdem muss man vor Augen haben, was das Geschäftsmodell von Gorillas im Kern ist: ein teurer Lieferdienst. Die Reputation bei Produkt & Services passt nicht zum exklusiven Preismodell und ist in Wahrheit tief ernüchternd.

Mit Recht können sich die Gorillas-Manager heute früh einmal schütteln und die Empörung über den Bettelbrief als Ärgernis verbuchen. Erheblichen Handlungsbedarf gibt es dennoch. So wird Gorillas nicht überleben.

Jörg Forthmann

 

 

Jörg Forthmann
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