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Aldi macht sich transparent
  • R Heintze
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  • Aldi . csr . Nachhaltigkeit . Reputation . Reputationsmanagement .

Gute Reputation durch gelungene Premiere: Aldi Nord und Süd veröffentlichen erste Nachhaltigkeitsberichte

Marktwirtschaft ist eine tolle Sache. Sie bringt Angebot und Nachfrage in mehr als nur Preis und Menge zusammen. Sie führt auch dazu, dass die Anbieter am Markt in einen Qualitäts-Wettbewerb eintreten, der über die oberflächlichsten Produkteigenschaften weit hinausgeht. Viele Verbraucher erwarten inzwischen, dass bei Herstellung und Verkauf von Produkten ökologische, soziale und ethische Standards eingehalten werden.

Die Reputation im Bereich Produktqualität ist inzwischen ein fester Teil der Angebots-Nachfrage-Matrix – so treten immer mehr Unternehmen in einen Nachhaltigkeits-Wettbewerb ein. Dieser hat inzwischen auch die Discounter erreicht. Dabei gerät vor allem Platzhirsch Aldi immer mehr unter Druck – denn die Konkurrenten Lidl, REWE (Penny) und Edeka (Netto) haben hier kräftig vorgelegt:

Lidl stellt gerade seine Milch-Eigenprodukte in einer großangelegten Kampagne auf eine Genfutter-freie Herstellung um. Im Nachhaltigkeits-Supermarkt Ranking 2015 von Rank a Brand e.V. erreicht Penny den besten Wert unter den Billig-Märkten – nur von dedizierten Bio-Händlern und der Konzern-Mutter Rewe selbst überholt. Netto liegt weiter hinten, aber noch deutlich vor Aldi.

Aldi versucht jetzt kräftig aufzuholen: Zum ersten Mal in der Unternehmensgeschichte haben die sonst so verschlossenen, geheimnistuerischen Schwesterunternehmen Aldi Nord und Aldi Süd unter großer Presseaufmerksamkeit eigene Nachhaltigkeitsberichte veröffentlicht. Und im Gegensatz zu eher schwachen Versuchen wie dem von Adidas können sich sowohl der Nachhaltigkeitsbericht von Aldi Nord als auch der von Aldi Süd wirklich sehen lassen.

Titelbilder der Nachhaltigkeitsberichte von Aldi Nord und Aldi Süd

©ALDI Nord_ALDI SÜD_Veröffentlichung Nachhaltigkeitsberichte

Auf jeweils mehr als 80 Seiten decken beide Unternehmen alle relevanten Themenbereiche wie Unternehmensstrategie, Umweltauswirkungen, Lieferkette, Umgang mit Mitarbeitern und gesellschaftliche Auswirkungen ab. Das Reporting erfolgt nach anerkannten Standards der Global Reporting Initiative. Einige der einleitenden Seiten mögen mit bunt aufgepeppten Allgemeinplätzen gefüllt sein; aber das macht nichts, denn anschließend liefert Aldi jede Menge konkrete Zahlen. Sowohl zur Planung für die Zukunft als auch zum Ist-Zustand. Es wird Bezug auf jede Menge externe Standards genommen. Wichtige Kennzahlen in beiden Berichten wurden von renommierten externen Wirtschaftsprüfern wirtschaftsgeprüft und bestätigt.

All das allein macht Aldi natürlich noch nicht zu einem Nachhaltigkeits-Champion. Aber die Berichte bieten eine bei diesen Discountern vorher nicht gesehene Transparenz. Was an Nachhaltigkeitsanstrengungen schon umgesetzt ist, ist zum Teil tatsächlich positiv überraschend. Und mit ihren Zukunftsprojekten stecken sich die Aldis selbst hohe Ziele, an deren Erfüllung sie in kommenden Jahren gemessen werden.

Unterm Strich: Diese Nachhaltigkeitsberichte werden die Reputation von Aldi Nord und Süd deutlich stärken. Sie legen in ihrer Form und Ausführlichkeit die Messlatte für andere Unternehmen sehr hoch und werden den eingangs erwähnten Nachhaltigkeits-Wettbewerb weiter vorantreiben.

Roland Heintze

 

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