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Marco Reus nimmt Kokain – Trolle kapern Social-Media-Kampagne
  • Jörg Forthmann
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  • Shitstorm . Trolle . Twitter .

Reus Kokain pumaDas hat Fußballer Marco Reus mit Sicherheit nicht gewollt. In dieser Woche startete Puma seine Kampagne “Forever Faster” und rief bei Twitter dazu auf, sich individuelle Autogrammkarten von Fußballstars schicken zu lassen. Doch Trolle kaperten die Kampagne und sorgten dafür, dass verballhornende Autogrammkarten entstanden – die sich dann blitzschnell im Internet verbreiteten. So kursiert eine Karte mit Marco Reus im Netz: “Cocaine, couldn’t do it without you.” Diesen viralen Effekt wollte Puma nicht und hat die Kampagne nach nur einem Tag (!) wieder eingestellt. Lesen Sie, in welche Falle der Sporthersteller hineingetappt ist und warum er das schon vorher hätte wissen können.

 

 

 

fabregas ebola pumaUm eine der Autogrammkarten zu erhalten, mussten die User einen Hashtag #Fastergraph an Puma schicken. Dann kam unverzüglich die Karte digital zurück. Die Widmung ergibt sich aus dem Twitternamen. Wahrscheinlich wähnte sich Puma in Sicherheit vor Trollen, da der Twittername eingelesen wurde – und nicht irgendwelche erdachten Namen oder Begriffe. Doch die Trolle durchschauten das Prinzip blitzschnell und schalteten sich neue Twitter-Acconts frei. Der Twittername “Cocaine” führte zur Widmung “Cocaine, couldn’t do it without you.” Und “ISpreadEbola” produzierte den unliebsamen Gruß von Cesc Fabregas: “ISpreadEbola, Appreciate your Support!”

Diesen Ausgang der Kampagne hätte Puma vorhersehen können. Trolle lieben Marketingkampagnen, die sie missbrauchen können. Eines der letzten prominenten Opfer war Coca Cola mit den individuellen Etiketten auf der Flasche. Pril und Otto Versand haben auch schon unfreiwillig gezeigt, wie Trolle Social-Media-Aktionen kapern. Wer jetzt noch in diese Falle tappt, ist selber schuld. Social-Media-Kampagnen, in denen User Inhalte prägen oder Abstimmungen entscheiden, sind hoch risikoreich. Kommunikatoren sollten daher unbedingt Sicherungen einbauen:

  • Bei von Usern vorgegebenen Inhalten muss eine Kontrolle eingebaut werden, dass keine unliebsamen Publikationen erzeugt werden. Das ist möglicherweise eine personelle Herausforderung.
  • Bei Abstimmungen sollte nach dem User-Voting auf jeden Fall noch eine Fach-Jury in zweiter Instanz tagen und Sieger küren.

Jörg Forthmann

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